Thomas Raab: Still - Chroniken eines Mörders

Mein erstes Buch aus 2015 hat mich gleich überzeugt. Nach einer Leseprobe war ich schon vom außergewöhnlichen Schreibstil angetan. Das hier ist sicherlich ein Buch, an dem sich die Geister scheiden werden.
Thomas Raab - Still -
Chroniken eines Mörders

Zur Story:
Nachdem Karl Heidemann geboren wird, ist das Kind kaum zu beruhigen. Es schreit fast ununterbrochen, und treibt damit das halbe Dorf in den Wahnsinn. Bis seine Eltern herausfinden, dass Karl ein besonders empfindliches Gehör hat und Qualen leidet. Sein Vater richtet ihm deshalb einen isolierten Raum im Keller ein und das Gebrülle hört auf. 
In diesem Keller wächst Karl auf - ohne soziale Kontakte, aber in Ruhe und Stille. Er selbst spricht nicht, aber nimmt selbst die kleinsten Geräusche wahr und erfährt deshalb, was andere über ihn denken. Seine Mutter kann die Isolation und seine Rückweisung nicht ertragen und flüchtet sich in Alkohol, Tabletten und die Affäre mit dem Dorfarzt. Als dieser sie verlässt begeht sie Selbstmord und Karl erfährt zum ersten mal die befreiende Stille des Todes. Er verlässt das Dorf und hinterlässt auf seinem Weg einige Leichen. Dabei sieht er sich selbst nicht als Mörder, sondern als Erlöser und Friedensbringer. 

Meine Meinung:
Dieses Buch hat einen besonderen Schreibstil, der mich an eine Art Singsang erinnert und der einen fast einlullt. Das passt zwar perfekt zur Geschichte, lässt sich aber nicht sehr flüssig lesen. 
Der Hauptprotagonist war mir unsympathisch, was ich sehr außergewöhnlich finde. Er ist der geborene Antiheld: Fett, hässlich und merkwürdig. Trotzdem (oder gerade deshalb?) empfindet man fast Mitleid mit ihm und möchte wissen, wie seine Geschichte endet.
Passend zum Thema ist "Still" auch nicht blutig oder besonders spannend. Es handelt sich vielmehr um eine emotionale, aufwühlende Biographie. 

Fazit: 
Das Buch ist wirklich in allen Belangen "still". Ein melancholischer Kriminalroman - wer hätte das gedacht? Aufgrund des Schreibstils und der Geschichte ist es keine leichte Kost. Ich vergebe 4 Sterne!

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Weitere Informationen gibt es direkt beim Droemer Knaur-Verlag
Thomas Raab: Still - Chroniken eines Mörders Thomas Raab: Still - Chroniken eines Mörders Reviewed by Christian on 9.1.15 Rating: 5

Kommentare:

Susann Röder hat gesagt…

Das will ich auch unbedingt noch lesen! :)

Anonym hat gesagt…

ich auch! und unbedingt auch die neue "netzwerk-orange"! scheint diesmal eine sciencefiction zu werden. ;)) susi

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