Justin Cronin: Die Spiegelstadt

Mit "Die Spiegelstadt" erscheint nun endlich der lang ersehnt dritte Band der "Passage-Trilogie". Auch wenn das Buch nicht an den herausragenden ersten Band herankommt, liefert Cronin einen gelungenen Abschluss der Reihe.

Justin Cronin - Die Spiegelstadt
Justin Cronin - Die Spiegelstadt
Die Passage Band 3
Inhalt:
Nach den Ereignissen aus "Die Zwölf" kehrt Ruhe in Kerrville ein. Die Virals scheinen endgültig besiegt und es werden Pläne für das Leben außerhalb der sicheren Mauern geschmiedet. Doch der ruhige Schein trügt: Die Zwölf wurden zwar besiegt, aber Fanning bzw. Zero hat überlebt und sinnt auf Rache! Nur Amy kann ihn jetzt noch aufhalten...ein erbitterter Kampf um das Überleben der Menschheit beginnt!

Meine Meinung:
Nach der langen Wartezeit hatte ich zunächst bedenken, dass der Einstieg sehr holprig wird. Zum Glück hat Cronin vorgesorgt und gibt anhand eines "Evangeliums" eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse aus "Der Übergang" und "Die Zwölf". Das ist übrigens nicht die einzige Anspielung auf die Bibel...beispielsweise erinnert die Bergensfjord an die Arche Noah.
Genauso wie die Bewohner von Kerrville lullt Cronin den Leser zunächst ein und beschreibt den Alltag der Menschen und deren Pläne für die Zukunft - bis auf die ersten unheilverkündenden Anzeichen auf die wiederkehrenden Virals. 
Danach gibt es einen Cut und auf knapp 200 Seiten (!) erhält der Leser einen Einblick in das Leben des jungen Fanning, die dramatische Entwicklung seiner großen Liebe sowie den Moment seiner Verwandlung im bolivianischen Dschungel. Dieser sehr ausführliche Ausflug mag den einen oder anderen Leser vor den Kopf stoßen - mich hat es aber sehr gefesselt und ich hätte mir sogar noch mehr Details zu seinem Leben und vor allem den Ereignissen im Dschungel gewünscht! 
Wieder zurück im Geschehen bricht das Chaos los - die Virals sind tatsächlich zurück und auch Alicia taucht wieder auf. Merkwürdigerweise hatte ich an dieser Stelle Probleme, mich wieder auf die Geschehnisse einzulassen, da der Wechsel zwischen dem Fanning-Teil und der Fortsetzung in Kerrville wieder ein harter Cut ist. 
Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu und enden in einem fast schon bombastischen Kampf gegen Zero. Der ausführliche Epilog hat mir gut gefallen und ließ mich etwas melancholisch zurück: Eine meiner Lieblingsreihen hat jetzt ein Ende gefunden.
Ich ziehe dennoch einen Stern ab, da das Buch einfach nicht mit dem herausragenden "Der Übergang" mithalten kann - die düstere und beklemmende Atmosphäre hat Cronin dieses mal leider nicht erschaffen können. Zudem blieben einige Fragen unbeantwortet und das Verhalten der Charaktere war auch nicht immer wirklich nachvollziehbar. 

Fazit:
Ein gelungener Abschluss der Passage-Trilogie. Eindringlich, komplex und überraschend: Die Spiegelstadt kann zwar nicht mit dem herausragenden "Der Übergang" mithalten, aber ich vergebe dennoch gerne 4 Sterne.

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Justin Cronin: Die Spiegelstadt Justin Cronin: Die Spiegelstadt Reviewed by Christian on 10.12.16 Rating: 5

Kommentare:

Nicole Wagner hat gesagt…

Guten Morgen! :)

Den Abzug kann ich verstehen, weil Cronin die Messlatte mit "Der Übergang" sehr hoch gelegt hat. Trotzdem fand ich es - wie du - sehr gelungen und es ist irgendwie schade, dass es nun zu Ende ist.

Liebe Grüße,
Nicole

Christian hat gesagt…

Danke für den Kommentar, Nicole. Irgendwie ist der Vergleich fast schon fies, weil "Der Übergang" wirklich ein kleines Meisterwerk ist. Aber ist ja die gleiche Reihe, deshalb muss man das schon irgendwie vergleichen. Freut mich, dass du den Punktabzug nachvollziehen kannst :)

LG, Christian

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