Markus Heitz: Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz hat mich zuletzt durch "Wédora" wunderbar unterhalten, aber ich muss gestehen, das ich dieses mal etwas Bedenken hatte. Mit Poker habe ich nämlich gar nichts am Hut. Aber die Bedenken waren zum Glück unbegründet...

Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch
Inhalt:
Tadeus Boch war jahrelang spielsüchtig und arbeitet nun ausgerechnet als Wachmann in einem Casino in Baden-Baden. Als er eines Abends auf den jungen Oligarchen Lasarow trifft, gerät sein geordnetes Leben ordentlich durcheinander: Er lässt sich überreden als Bodyguard bei einem heimlichen Kartenspiel teilzunehmen - doch das dort gespielte Kartenspiel „Supérieur“ kann tödlich enden! Am Ende des Abends ist Lasarow tot und Boch in Besitz einer antiken Spielkarte aus dem 18. Jahrhundert. Von der Karte scheint eine rätselhafte Macht auszugehen und Boch gerät schnell ins Fadenkreuz mächtiger Gegner. Was hat es mit der Karte aus dem Teufels Gebetbuch auf sich? Wird Boch der von der Karte ausgehenden Anziehkraft entkommen? Und wie weit werden seine Gegner gehen, um die Karte in ihren Besitz zu bekommen?

Meine Meinung:
Wie in meiner Einleitung beschrieben hatte ich zunächst Bedenken, dass Heitz den Leser in ein komplexes Kartenspiel verwickeln möchte. Zwar führt er mit „Supérieur“ tatsächlich ein Kartenspiel ein, aber die Regeln sind für den Leser eher einfach gehalten. Besonders wichtig ist nur, dass das Ziehen der Pik Ass über Leben und Tod entscheidet...ohne wenn und aber! 
Die knapp 650 Seiten drehen sich um das alte Kartendeck "Des Teufels Gebetbuch", von dem eine besondere Macht auszugehen scheint. Das Geheimnis werde ich hier natürlich nicht verraten, aber die Suche danach wird zu einem spannenden Wettlauf um die Zeit. Und interessanterweise wird dessen Entstehungsgeschichte sogar mit dem Leben Goethes verbunden (inkl. Zusammenhang mit dessen Werk "Faust"). Klingt zunächst weit hergeholt, aber in diesem Buch dann durchaus schlüssig. 
Das Buch nimmt sehr schnell Fahrt auf und wird zwischenzeitlich fast etwas chaotisch, da gleich mehrere Personen nach den Karten suchen und man bei der ganzen Action fast den Überblick verliert. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, denn das Buch liest sich wie ein düsterer Action-Blockbuster aus Hollywood, bei dem Heitz etwas zu dick aufgetragen hat (hiermit spiele ich auch auf das Ende der Geschichte an). Nichtsdestotrotz hat mich Heitz (trotz generellem Desinteresse an Kartenspielen) aber auch aus diesem Grund geradezu an das Buch gefesselt! 
Bitte unbedingt auch das sehr interessante (!) Nachwort lesen.

Fazit:
Ein überraschend starker Fantasy-Thriller um die besondere Macht der Karten. Auch wenn Heitz dieses mal etwas zu dick aufgetragen hat, vergebe ich gerne 4,5 Sterne und freue mich bereits auf seinen nächsten Roman. 

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Markus Heitz: Des Teufels Gebetbuch Markus Heitz: Des Teufels Gebetbuch Reviewed by Christian on 1.5.17 Rating: 5

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